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TAI-CHI
TAI-CHI

Der ursprüngliche chinesische Kampfsprot Tai-Chi hilft als systemische Bewegungsabfolge positiv bei diversen Erkrankungen. Im Speziellen gibt es große wissenschaftliche Untersuchungen, wobei positive Wirkungen bei Ausübung dieser Kunst gebessert werden können...
Tai-Chi
Der ursprüngliche chinesische Kampfsprot Tai-Chi hilft als systemische Bewegungsabfolge positiv bei diversen Erkrankungen.
Im Speziellen gibt es große wissenschaftliche Untersuchungen, wobei positive Wirkungen bei Ausübung dieser Kunst gebessert werden können.
• Chronische Artrhritis
• Fibromyalgie
• Schlaganfall in der Rehabiliationsphase
Tai Chi: Sanfte Hilfe bei Arthritis und Fibromyalgie
Atlanta (dapd). Tai Chi hat sich als eine wirksame Therapiemethode für Patienten mit Gelenkentzündungen und Fibromyalgie erwiesen: Die meditative Kampfkunst aus China lindert Gelenkschmerzen, verbessert die Beweglichkeit, die Balance und das gesamte Wohlbefinden. Das ergab jetzt die bislang umfangreichste Studie über die Wirkung des Tai Chi. Sie wurde von einem US-Forscherteam durchgeführt. Die Teilnehmer der Untersuchung waren Patienten mit Arthritis - einer chronischen Gelenkentzündung - oder Fibromyalgie. Bei letzterer Erkrankung kommt es neben Gelenkproblemen und Muskelschmerzen auch zu Müdigkeit und Antriebslosigkeit. Die Studie belege erstmals durch umfangreiches Datenmaterial die Wirkungen, die der jahrhundertealten Technik nachgesagt werden, berichten die Forscher um Leigh Callahan von der University of North Carolina in Chapel Hill auf dem Jahrestreffen des American College of Rheumatology in Atlanta.
Die Untersuchung wurde mit 354 Patienten durchgeführt, bei denen eine diagnostizierte Arthritis oder eine Fibromyalgie vorlag. Die Probanden nahmen an einem Tai-Chi-Kurs teil, der acht Wochen lang zweimal die Woche stattfand. Einige waren nicht in der Lage, die Übungen stehend durchzuführen - sie praktizierten das Tai Chi deshalb im Sitzen. Vor und nach der Kursphase dokumentierten die Wissenschaftler die körperlichen Fähigkeiten und das persönliche Befinden aller Testteilnehmer durch Befragungen. Die Beweglichkeit und Balance wurden darüber hinaus mit praktischen Tests überprüft - so wurde beispielsweise getestet, wie lange die betreffende Person auf einem Bein stehen konnte.
Das regelmäßige Tai-Chi-Training zeigte den Forschern zufolge deutliche Erfolge: Schmerzempfinden, Müdigkeit und Steifheitsgefühle hatten sich bei den Patienten im Durchschnitt klar verbessert. Auch der Aktionsradius hatte sich durch die erhöhte Beweglichkeit gesteigert, ebenso wie die Fähigkeit, die Balance zu halten. "Die Befragung zu psychologischen Aspekten hat darüber hinaus ergeben, dass die Patienten von Tai Chi auch durch einen Zugewinn an Lebensfreude profitieren konnten", sagt Callahan.
http://www.netdoktor.de/News/Tai-Chi-Sanfte-Hilfe-bei-Ar-1133901.html
Schlaganfall: Bessere Balance dank Tai-Chi
München (netdoktor.de) - Der chinesische Kampfsport Tai-Chi verhilft nach einem Schlaganfall offenbar zu einem besseren Körpergefühl und Gleichgewichtssinn als andere Rehabilitationsmaßnahmen. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler der University of Illinois, Chicago, die Schlaganfall-Patienten entweder zwölf Wochen in normalen Reha-Techniken oder aber in Tai-Chi unterrichteten. Bereits nach sechs Wochen schnitten die Teilnehmer des fernöstlichen Trainings in Balance-Tests besser ab, schreibt das Team in der Fachzeitschrift "Neurorehabilitation and Neural Repair" (2009; doi: 10.1177/1545968308326425).
Die 136 Studienteilnehmer hatten sechs Monate zuvor einen Schlaganfall erlitten. Eine Gruppe nahm an Kursen zu Atemtechniken, Dehn- und Bewegungsübungen teil, die zweite Gruppe praktizierte eine einfache Form von Tai-Chi unter Anleitung eines Trainers. Einmal pro Woche wurden den Teilnehmern die Übungen vorgeführt, dreimal wöchentlich sollten sie das Training zu Hause wiederholen. "Die Tai-Chi-Gruppe schnitt besonders gut unter Testbedingungen ab, bei denen sie ihren Gleichgewichtssinn benutzen mussten", sagte Christina Hui-Chan, Leiterin der Studie. "Bereits nach sechs Wochen stellten wir deutliche Verbesserungen fest."
Tai-Chi habe viele Eigenschaften, die für den Sport sprächen, so die Studienautoren. Es sei mit einem guten Lehrer leicht zu lernen, man könne es allein zu Hause oder in Gruppen durchführen und es trainiere sowohl Ausdauer als auch Kraft. (fs)
http://www.netdoktor.de/News/Schlaganfall-Bessere-Balanc-1130390.html
Tai-Chi wirkt besser als Dehnungsübungen
Die Fibromyalgie ist ein häufiges und komplexes klinisches Syndrom, das durch chronische und ausgedehnte muskuloskelettale Schmerzen sowie durch Müdigkeit, Schlafstörungen und insgesamt durch körperliche und psychische Behinderung gekennzeichnet ist. Die Ätiologie der Erkrankung ist bis heute völlig unbekannt, und auch die Pathogenese ist unklar - man geht von einem multifaktoriellen Geschehen aus, das nicht auf eine singuläre Ursache zurückführbar ist. In aktuellen datengestützten Leitlinien wird denn auch ein multidisziplinärer Therapieansatz empfohlen, der vor allem die Komponenten Pharmakotherapie, Verhaltenstherapie, Patientenedukation und Bewegung umfasst. Allerdings sind die meisten Fibromyalgie-Patienten körperlich wenig fit, was auf die Notwendigkeit neuer Behandlungsansätze hinweist. Deshalb wurde nun in einer einfachblinden, randomisierten Studie die Wirksamkeit von Tai-Chi (im klassischen Yang-Stil) bei Fibromyalgie erprobt. Die Kontrollgruppe erhielt eine Intervention, die aus Gesundheitsedukation und speziell für Fibromyalgie-Patienten empfohlenen Dehnungsübungen bestand. Beide Gruppen hatten zweimal wöchentlich je 60 Minuten dauernde Sitzungen durch insgesamt zwölf Wochen. Primärer Endpunkt war die Veränderung im "Fibromyalgia Impact Questionnaire" (FIQ; Punkte zahlen von 0-100 möglich, je höher desto mehr Symptome) nach zwölf Wochen. Sekundäre Endpunkte waren Veränderungen der korperlichen und psychischen Bereiche des SF-36. Ergebnis: Die Tai-Chi-Gruppe zeigte mit einer mittleren Abnahme von 27,8 Punkten im FIQ gegenüber der Kontrollgruppe, die sich nur um 9,4 Punkte verbesserte, eine signifikante Verbesserung (Differenz: 18,4 Punkte; p > 0,001). Die Verbesserung im körperlichen Bereich des SF-36 betrug für die Tai-Chi-Gruppe 8,5 Punkte, für die Kontroll gruppe nur 1,4 Punkte (Differenz: 7,1 Punkte; p = 0,001). Für den psychischen Aspekt des SF-36 lag die Verbesserung durch Tai-Chi bei 7,7 Punkten, durch die Kontrollintervention nur bei 1,6 Punkten (Differenz: 6,1 Punkte; p = 0,03).
Fazit: Tai-Chi erweist sich als sinnvolle - und nebenwirkungsfreie –Intervention bei Fibromyalgie. die in größeren Kollektiven untersucht werden sollte.
Wang C et al.: A Randomized Trial ofTai Chi for
Fibromyalgia. N Engl J Med 2010;363(8):743-754
Ärztemagazin 29-34/2010 Seite 19
Weniger Schmerzen, mehr Lebensqualität durch Tai-Chi
Fibromyalgie einfach wegboxen
BOSTON - Die Behandlung der Fibromyalgie ist mühsam und häufig nicht von großem Erfolg gekrönt. Kein Wunder, dass die Betroffenen fast nach jedem Strohhalm greifen. Jetzt hat in einer Studie Tai-Chi überzeugt.
Amerikanische Kollegen randomisierten 66 Fibromyalgiepatienten, die Hälfte nahm über drei Monate zweimal wöchentlich an einer einstündigen Tai-Chi-Session teil, die übrigen gingen derweil zu Gesundheitserziehung und Stretching. Zu Beginn der Studie wies die Verumgruppe durchschnittlich 62,9 Punkte auf dem Fibromyalgia Impact Questionnaire (FIQ) auf, die anderen brachten es auf 68,0 Punkte. Nach den drei Monaten hatte sich dieser Score bei den Tai-Chi- Teilnehmern auf35, 1 Punkte gebessert, im Vergleichskollektiv dagegen nur auf 58,6 Punkte, schreiben Dr. CHENCHEN WANG, Rheumatologe von der Tufts University in Boston, und Kollegen im "New England Journal". Die mit fernöstlichen Techniken Trainierten gaben außerdem Verbesserungen bei Schmerz, Stimmung, Lebens- und Schlafqualität an. Alle positiven Effekte waren auch nach 24 Wochen noch nachweisbar. Nach Ansicht der Autoren verdienen diese Ergebnisse längerfristige Studien an größeren Populationen, um dauerhafte Effekte zu erforschen.
Diese Ansicht teilen auch Dr. GLORIA YEH von der Harvard University und Kollegen. Eine generelle Tai -Chi- Empfehlung bei Fibromyalgie halten sie es aber noch für verfrüht, zunächst müsse man u.a. die richtige Dosis finden.
Ch. Wang et al., N Engl J Med 2010; 363:
743-754, Gloria Y. Yeh et al., a.a.O.: 784-784
Tai Chi zur Kontrolle der Körperhaltung bei Parkinsonkranken
Das Oregon Research Institute in Eugene (USA) untersuchte in einer randomisierten, kontrollierten Studie, ob ein maßgeschneidertes Tai-Chi-Programm im Vergleich zu Dehnübungen oder Muskeltraining einen Zusatznutzen für Parkinsonpatienten hat. 295 Patienten mit idiopathischem Parkinson-Sydrom im Stadium 1 bis 4 der Schweregradskala von Hoehn und Yahr (mit 5 Schweregraden) erhielten 24 Wochen lang zwei wöchentliche Übungseinheiten (Tai Chi, Dehnübungen oder Muskeltraining) von jeweils einstündiger Dauer. Als primärer Endpunkt wurden Veränderungen der maximalen Bewegungsexkursionen sowie der Richtungskontrolle gegenüber dem Ausgangspunkt bewertet. Sekundäre Endpunkte waren u.a. die Gehgeschwindigkeit, Schrittlänge, funktionelle Reichweite, motorische Scorewerte der Unified Parkinson's Disease Rating Scale und die Sturzhäufigkeit.
Die Tai-Chi-Gruppe erzielte bessere Ergebnisse bei den maximalen Bewegungsexkursionen: gegenüber
Muskeltraining um 5,6% (95%-Konfidenzintervall [KI] 1,1-10), gegenüber Dehnübungen um 12% (95%-KI 7,2-16,7). Ebenso bei der Richtungskontrolle: gegenüber Muskeltraining um 10% (95%-KI 3,9-17) und Dehnübungen um 11 % (95%-KI 5,5-17,3). Die Tai-Chi-Gruppe übertraf die Gruppe mit Dehnübungen in allen sekundären Endpunkten und die Gruppe mit Muskeltraining bei der Schrittlänge und funktionellen Reichweite. Tai Chi verringerte die Sturzinzidenz nur im Vergleich zu Dehnübungen. Die Wirkungen des Tai Chi waren 3 Monate nach Übungsende noch nachweisbar.
Fazit: Tai Chi verbessert die posturale Stabilität und funktionelle Kapazität von Parkinsonpatienten und verringert das Sturzrisiko.
(Quelle: Li F, Harmer P, Fitzgerald K et al. Tai chi and postural stabilityin patients with Parkinson's disease. N Engl J Med 2012;366:511-9)
07/03/12,08:35, Elsevier
Erstellt von: Dr. med. Otto Holl





